Arten von ätherischen Ölen

Eukalyptus

Vor allem der Gebüsch-Eukalyptus (E. fruticetorum) und der Blaugummi- oder Fieberbaum (E. globulus) werden medizinisch genutzt. Die Blätter enthalten 1,5 – 3,5 % ätherisches Öl.

Wirkungsweise: Die Blätter dieser Pflanzen enthalten ätherisches Öl, das in destillierter Form das Flimmerepithel anregt. Dies ist eine Schicht, aus spezialisierten Zellen, die den größten Teil der Atemwege bedecken und zu deren Reinigung dienen. Der Eukalyptus unterstützt so die Reinigung der Atemwege, wirkt krampflösend und desinfizierend.

Anwendungsgebiete: Erkältungskrankheiten, rheumatische Beschwerden
Nebenwirkungen: In seltenen Fällen können Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auftreten.

Eukalyptus sollte nicht im Gesichtsbereich von Säuglingen und Kleinkindern angewendet werden. Verzichten Sie bei Lebererkrankungen oder entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen auf Eukalyptus.

Kamille

Nur die Echte Kamille (Matricaria recutita) wird arzneilich genutzt. Ihre Blüten enthalten ätherisches Öl, Flavonoide und Schleimstoffe.

Wirkungsweise: Die Inhaltsstoffe der Echten Kamille wirken gegen Bakterien, sind entzündungshemmend, entkrampfend und fördern die Wundheilung.

Anwendungsgebiete: Innerlich und durch Dampfbäder bei Magen-Darm-Beschwerden oder Halsentzündungen, Husten oder Bronchitis. Äußerlich Kamillenbäder oder –umschläge bei Haut- und Schleimhautentzündungen sowie bei Wunden und Verbrennungen.

Nebenwirkungen: In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auftreten, diese scheinen an Häufigkeit in den letzten Jahren zuzunehmen. Bei Entzündungen am Auge sollten lieber keine Kamillenzubereitungen verwendet werden, da es zu Reizungen kommen kann.

Kampfer

Kampfer wird aus dem Holz und der Rinde des Kampferbaums (Cinnamomum camphora) durch Destillation gewonnen.

Wirkungsweise: Kampfer fördert die Durchblutung, löst zähflüssiges Sekret in den Bronchien und wirkt schmerzlindernd.

Anwendungsgebiete: Meist bei Erkältung und Bronchitis, aber auch bei Rheuma- und Herzerkrankungen.

Nebenwirkungen: Die Substanz wird über die Haut sehr gut aufgenommen und kann bei übermäßiger Anwendung vergiftungsähnliche Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Atemschwäche sowie rauschähnlichen Zuständen kommen. Kampfer sollte nicht bei Säuglingen und Kleinkindern angewendet oder mit den Schleimhäuten in Kontakt gebracht werden.

Kümmel

Kümmel (Carum carvi) ist eigentlich eine Gewürzpflanze, deren ätherisches Öl auch arzneilich verwendet wird.

Wirkungsweise: Kümmel wirkt entkrampfend und besitzt antibakterielle Eigenschaften.

Anwendungsgebiete: Vor allem innerlich bei Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen oder Völlegefühl. Außerdem kann bei Blähungen der Bauch auch mit Salben eingerieben werden.

Nebenwirkungen sind bei der üblichen Dosierung keine bekannt.

Lavendel

Die Blüten des Echten Lavendels (Lavandula angustifolia) enthalten ätherisches Öl, das oft wegen seiner beruhigenden Wirkung verwendet wird.

Wirkungsweise: Lavendel beruhigt.

Anwendungsgebiete: Unruhezustände und Einschlafstörungen, Reizmagen und nervöse Darmbeschwerden. In der ayurvedischen Medizin wird Lavendel eine reinigende Wirkung auf das Nervensystem und das Gehirn nachgesagt, dort soll er alle Blockaden beseitigen.

Nebenwirkungen:

Pfefferminze

Die Pfefferminze ist eine krautige Pflanze, deren Blätter ätherisches Öl (Menthol), Gerbstoffe und Flavonoide enthalten.

Wirkungsweise: Zubereitungen aus Pfefferminze wirken krampf- und schleimlösend, keimtötend und fördern die Verdauung.

Anwendungsgebiete: Tees gegen Magen-Darm-Krämpfen oder Gallenwegsbeschwerden; bei Erkältungen. Äußerlich wegen der kühlenden Wirkung auch gern bei Insektenstichen, rheumatischen Beschwerden und Migräne, sowie gegen Muskel- und Nervenschmerzen eingesetzt.

Nebenwirkungen: Bei empfindlichen Personen können bei innerer Anwendung Magenbeschwerden auftreten. Personen mit Leber- und bestimmten Gallenleiden sollten keine Medikamente mit Pfefferminze anwenden. Das Inhalieren mit Menthol kann bei Asthmatikern zu Kehlkopfkrämpfen führen. Auch bei Säuglingen und Kleinkindern ist Menthol nicht geeignet. Außerdem sollte bei Kindern kein Menthol im Hals- oder Gesichtsbereich aufgetragen werden.

Rosmarin

Rosmarin ist ein Strauch, dessen Blätter häufig in der Medizin und Homöopathie verwendet werden. Die nadelförmigen Rosmarinblätter enthalten ätherisches Öl, Bitter- und Gerbstoffe.

Wirkungsweise: Das ätherische Öl wirkt entkrampfend und steigert den Blutdurchfluss der Herzkrankzgefäße. Äußerlich verwendet fördern die Inhaltsstoffe die Durchblutung.

Anwendungsgebiete: Innerlich bei Verdauungsstörungen und Kreislaufbeschwerden, innerlich bei rheumatischen Erkrankungen und Kreislaufschwäche.

Nebenwirkungen: Nur bei der Einnahme von höheren Dosen Rosmarin können Entzündungen des Magen-Darm-Trakts oder der Nieren auftreten. Während der Schwangerschaft sollten keine rosmarinhaltigen Präparate eingenommen werden.

Salbei

Salbei (Salvia officinalis) ist eine Heilpflanze, von der die Blätter verwendet werden. Sie enthalten je nach Standort und Erntezeitpunkt zwischen 1 – 3 % ätherisches Öl, Flavonoide, Gerb- und Bitterstoffe.

Wirkungsweise: Salbei hemmt Entzündungen, verringert die Schweißbildung und wirkt zusammenziehen. Außerdem ist es wirksam gegen Bakterien.

Anwendungsgebiete: Vor allem bei Entzündungen in Mund- und Rachenraum, Zahnfleischbluten, aber auch bei krankhafter Schweißbildung.

Nebenwirkungen: Hohe Dosen des ätherischen Öls können Krämpfe auslösen. Deswegen sollte Salbei während der Schwangerschaft auch nicht angewendet werden. Außerdem unterbindet Salbei die Milchprodukt und wird traditionell zum Abstillen verwendet, stillende Müttern sollten ihn daher sparsam einsetzen.

Thymian

Man unterscheidet zwei verschiedene Arten des Thymians, die sich beide für den medizinischen Gebrauch eignen: Echten Thymian (Thymus vulgaris) und Feldthymian (Thymus serpyllum, auch Quendel genannt). Beide Thymianarten enthalten ätherische Öle und Gerbstoffe, Echter Thymian außerdem Flavonoide, Feldthymian Glykoside und Bitterstoffe. Besonders für Kinder ist Thymian ein ideales pflanzliches Heilmittel.

Wirkungsweise: Der Hauptbestandteil des ätherischen Öls, das Thymol, hat eine stark keimtötende Wirkung und hemmt das Bakterienwachstum. Es fördert den Ausfluss und entkrampft die Bronchien.

Anwendungsgebiete: Beide Thymianarten werden bei Husten, Bronchitis und Keuchhusten verwendet. Echter Thymian findet in Umschlägen bei Quetschungen und Verrenkungen Anwendung, Feldthymian außerdem als Zubereitungen bei Blasen- und Nierenerkrankung, zur Anregung der Verdauung oder äußerlich bei Verstauchungen, Prellungen oder rheumathischen Beschwerden.

Nebenwirkungen: Bei ordnungsmäßigem Gebrauch treten keine Nebenwirkungen auf. Wird thymolhaltiges Mundwasser über einen längeren Zeitraum benutzt, kann jedoch die Schilddrüsenfunktion beeinflusst werden.