Ätherische Öle bei Babys und Kindern

Anwendung ätherischer Öle bei Babys und Kindern

Der Einsatz ätherischer Öle gehört zum Standardrepertoire einer naturheilkundlichen Behandlung von Erkrankungen der oberen Atemwege, gerade auch in der Kinderheilkunde. Erkältungspräparate mit ätherischen Ölen sind für den Nachwuchs nicht generell geeignet, weil sich dadurch vor allem das Risiko für Krämpfe der Atemwege erhöht und im Extremfall Atemnot ausgelöst werden kann.

Heilpraktikerin Heike Lück-Knobloch sagt dazu:

“Dies gilt jedoch in erster Linie für ätherische Öle wie Kampfer, Menthol sowie für Minzöle, die aus diesem Grund für Säuglinge und Kleinkinder bis zu zwei Jahren generell tabu sind.
Pfefferminzöl darf auch bei älteren Kindern nicht direkt in der Mund- und Nasengegend oder auf dem Brustkorb eingerieben oder aufgetropft werden.
Inhalate bzw. Erkältungsbalsame, die zum Beispiel Kiefernnadel-, Fichtennadel-, Eukalyptus- oder Thymianöl enthalten, dürfen ebenfalls nicht im Gesicht von Säuglingen und Kleinkindern unter zwei Jahren aufgetragen werden. Sie können aber gegebenenfalls auf die Kleidung oder Bettwäsche gegeben werden (Inhalat) bzw. auf Brust und Rücken einmassiert werden (Balsam).”

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achtungWas ist bei der Anwendung von ätherischen Ölen bei Babys und Kleinkindern zu beachten?

  • Verwenden Sie nur Präparate, die speziell für die Anwendung bei Säuglingen und kleinen Kindern zugelassen sind!
  • Halten Sie sich dabei genau an die Anwendungshinweise!
  • Kampfer und Menthol bzw. Minzöle dürfen bei Kleinkindern bis 2 Jahre nicht verwendet werden!
  • Ätherische Öle sollten nicht direkt auf die empfindliche Kinderhaut aufgetragen werden, vor allem nicht im Bereich der Atemwege. Das könnte die Haut reizen bzw. schwerwiegende Atemprobleme verursachen. Zur Inhalation z.B. auf ein Tuch tropfen, das in der Nähe aufgehängt wird.
  • Bewahren Sie ätherische Öle so auf, dass Kinder sie nicht in die Finger bekommen können.
  • Vorsicht vor Verwechslung! Bisweilen werden Duftöle zum Eintropfen in Duftlampen oder Potpourri mit Tropfen zum Einnehmen verwechselt! Bewahren Sie Medikamente immer getrennt auf!

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Wie kommt es zu dem Missverständnis, dass ätherische Öle für Kinder und Babys generell gefährlich seien?

Das Internet versucht über viele Dinge zu informieren, auch sensible Themen wie “ätherische Öle beim Baby” finden in Foren ein breites Interesse. Oft wird hier mit pauschalen Äußerungen gearbeitet: “Das ist kein Problem” oder gar “Ätherische Öle sind tödlich für Babys”. Beides ist nicht korrekt.

Manche ätherischen Öle enthalten 1,8-Cineol. Dieser Inhaltsstoff löst zähen Schleim – eine Wirkung, die bei Erwachsenen und älteren Kindern erwünscht ist. Babys sind jedoch oft noch nicht in der Lage, den Schleim vollständig abzuhusten. Außerdem verstärkt 1,8-Cineol die Durchblutung der Bronchialschleimhaut. Dies unterstützt bei Erwachsenen und Kindern die Heilung. Die Schleimhaut der Babys ist jedoch noch so empfindlich, dass sie dadurch anschwellen kann. Dies kann zu einer Atemnot führen.

Vor allem Menthol reizt die Atemwege – daher sollte das Öl bei Kindern gar nicht angewendet werden. Auch Kampfer kann gefährlich werden und sollte bei Kindern vermieden werden.

Vergiftungsfälle sind häufig dadurch begründet, dass Babys und Kinder die ätherischen Öle versehentlich einnehmen – also direkt in Mund oder Nase bekommen. Schon wenige Tropfen können zu heftigen Reaktionen führen. Leider wird dann oft vorschnell pauschalisiert.

Heike Lück-Knobloch, erfahrene Heilpraktikerin aus Ratingen, sagt dazu:

“Eltern sollten stets den Beipackzettel aufmerksam lesen oder sich vor dem Gebrauch in der Apotheke erkundigen. Bei Produkten, die speziell für Säuglinge und Kleinkinder entwickelt wurden, ist man bei vorschriftsmäßiger, sorgfältiger Anwendung in der Regel auf der sicheren Seite. Um Vergiftungen, besonders durch Verschlucken, zu vermeiden, sollten die Präparate jedoch nicht in der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Um zum Beispiel eine Erkältungstherapie mit ätherischen Ölen gefahrlos und erfolgreich bei Kindern durchzuführen, ist Folgendes zu beachten:
  • Welche ätherischen Öle sind in dem Präparat enthalten?
  • Ist das Präparat speziell für Säuglinge und Kleinkinder bzw. Kinder geeignet?
  • Wo darf ich das Präparat aufbringen bzw. keinesfalls auftragen?
Hält man die Vorsichtsmaßnahmen ein, steht einer wirkungsvollen Erkältungstherapie bei kleinen Kindern nichts mehr im Wege!”

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Was tun, wenn aus Versehen ätherische Öle eingenommen wurden?

Zeigt ihr Kind Vergiftungserscheinungen – zum Beispiel Atemnot, Krämpfe oder Bewusstseinsveränderungen – informieren Sie unverzüglich den Notarzt bzw. den Rettungsdienst sowie gegebenenfalls die Giftnotrufzentrale. Wurde das Öl über den Mund eingenommen, lassen Sie Ihr Kind viel Flüssigkeit trinken, um die Intensität des Öls zu verringern und es zu verdünnen.

Kampfer ist besonders problematisch: Hier sollten Sie Ihr Kind, selbst wenn es keine akuten Symptome zeigt, zur Überwachung in eine Kinderklinik bringen, wenn es aus Versehen Kampfer eingenommen hat.